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Levitation
Levitation, eine Form der Psychokinese, ist die postulierte Fähigkeit des
Menschen, ohne Hilfsmittel zu schweben.
Die Blütezeit der Levitationslehre in Europa war im 15. Jh. bis ins 18 Jh.
Besonders in England und Russland praktizierten Adelige auf ihren Schlössern
Levitationsabende. Sie versuchten mit reiner Willenskraft mit ihrer Seele
aus dem Körper zu gelangen, um frei herum zu schweben. John Buchan,
schottischer Schriftsteller und Politiker (1875 – 1940) beschreibt in der
Biografie (The Marquis of Montrose) die These des schottischen Lords Marquis
of Montrose (1612 – 1650), der behauptete, dass es drei Arten der Levitation
gibt:
Die geistige Levitation (Spiritlevitation)
Mit den Gedanken begibt man sich auf Reisen. Es ist die schnellstmögliche
Form von einem Ort an den anderen zu gelangen.
Die seelische Levitation (Soullevitation)
Mit geistiger Willenskraft tritt die Seele aus dem Körper und schwebt frei
im Raum herum.
Das - angebliche - Phänomen ist heute als Out of body experience (OBE) oder
Außerkörperliche Erfahrung (AKE) bekannt.
Die körperliche Levitation (Bodylevitation)
Der Körper entzieht sich der Erdanziehungskraft der Erde und beginnt frei zu
schweben.
Bekannte Fälle :
Bekanntester Fall dürfte aber der Heiliggesprochene Franziskanermönch Joseph
von Copertino (1603-1663) sein, der aus bäuerlichen Verhältnissen stammte.
Für über 100 Flüge fanden damalige Gelehrte Zeugen und auch viele
Persönlichkeiten hatten großes Interesse selbst Augenzeuge dieses Wunders zu
werden. Unter anderem haben Prinzessin Maria von Savoyen und König Johann
II. Kasimir von Polen ihre Beobachtungen unter Eid bestätigt.
In neuerer Zeit erregte auch Daniel Dunglas Home (1833-1886) aus Connecticut
großes Aufsehen. Er lernte seine Fähigkeiten zu beherrschen und zeigte sie
regelmäßig einem großem Publikum. Bekannte Persönlichkeiten und Skeptiker
haben das beobachtet, darunter Napoleon III, Fürst Metternich, die englische
Königin, Mark Twain, William Makepeace Thackeray, John Ruskin, Rosetti und
Edward Bulwer-Lytton. Keiner der Versuche, ihm Betrug nachzuweisen, gelang.
Der an Parapsychologie sehr interessierte William Crookes, Präsident der
Royal Society, schrieb im damals wichtigsten Wissenschaftsblatt, dem
"Quarterly Journal of Science" welch innerer Widerstreit in ihm herrscht
zwischen seinem unumstößlichen Wissen und dem mit Augen und Händen Erlebten.
In seiner spektakulärsten Vorführung soll Home in London aus einem Fenster
im dritten Stockwerk und durch ein anderes wieder in das selbe Haus geflogen
sein. Skeptiker betrachten ihn dennoch als Betrüger und halten nicht viel
von den Zeugnissen, weil die Ausbildung von Wissenschaftlern keinen Einfluss
darauf habe, wie leicht sie hereinzulegen seien.
Aus der Sicht von Yoga
Es gibt in der Esoterik auch die Theorie, dass man entweder durch
Konzentration der feinstofflichen Energie im Anahata (im Herzchakra), oder
durch Erzeugung eines entsprechenden elektromagnetischen Feldes um sich
selbst herum die Schwerkraft überwinden kann. Bei der ersten Methode wird
die Luftenergie, welche diesem Energiezentrum entspricht - dem Herzchakra -,
eben dort gesammelt, bis man leichter als eine Feder wird. Bei der zweiten
Methode erzeugt man mittels der Energie eine abgeschlossene Aurakugel. Die
Erlangung dieser Fähigkeiten ist ein Phänomen der so genannten, yogischen
Siddhi-Kräfte.
Katholische Sicht
Nach Auffassung der katholischen Kirche kann die Fähigkeit der Levitation
ebenso wie die Fähigkeit zur Bilokation ein Indiz für die Heiligkeit einer
Person sein, denn laut Bibel hatte auch Jesus die Fähigkeit zur Levitation.
U.a. berichtet Matthäus, dass er auf dem Wasser wandelte (Matth. 14, 24-33).
Andererseits wird die Levitation und besonders auch die Bilokation als Indiz
für die dämonische Besessenheit einer Person betrachtet.
Über 230 Heiligen wird diese Fähigkeit zugesprochen. Die Heilige Theresa von
Ávila schreibt in ihrer Autobiographie von Levitationserlebnissen. Hierbei
darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Fähigkeit zum Fliegen in
Träumen ein geläufiges Thema darstellt.
Die bekannteste Levitation wird jedoch dem in der Apostelgeschichte, Kapitel
8, Verse 9-25, erwähnten Zauberer Simon Magus zugeschrieben, der im ersten
Jahrhundert in Rom bei einem öffentlich mit Simon Petrus ausgetragenem
Wunderwettbewerb geschwebt haben soll. Die zumeist apokryphen Quellen über
diese Begebenheit wurden im 12.Jahrhundert in der Legenda Aurea
zusammengefasst. Fortan wurden Flug und Fall des Simon Magus ein beliebtes
Motiv in der mittelalterlichen Kunstgeschichte.
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